SPD Efringen-Kirchen

Der Radweg zwischen Welmlingen und Schliengen ist eine Gefahr - nach Unfall wird Besserung gefordert

Veröffentlicht am 16.10.2026 in Presseecho

Der Radweg zwischen Welmlingen und Schliengen ist seit einem Jahrzehnt geplant, doch passiert ist wenig. Ein tödlicher Unfall bringt die SPD Efringen-Kirchen in Rage, sie fordert nun Konsequenzen.

"Der Radweg zwischen Welmlingen und Schliengen hat nun sein erstes Opfer erhalten", schrieb Armin Schweizer, der Vorsitzende des SPD Ortsvereins von Efringen-Kirchen, am 28. September an den Leiter der Abteilung Mobilität, Verkehr, Straßen sowie Planung im Regierungspräsidium – kurz nachdem auf der B3 ein Radfahrer von einem Auto erfasst und getötet worden war. Für die Mitglieder des SPD Ortsvereins ist damit klar, dass der Bau des Radwegs, auf den sie seit Jahren hinwirken, nun endlich umgesetzt werden müsse. In dem Schreiben heißt es daher auch: "Daher bitten wir Sie, den Druck auf das Verkehrsministerium zu erhöhen, damit der Lückenschluss des Radwegenetzes zügig angegangen wird und kein weiteres Opfer auf der B3 zwischen Welmlingen und Schliengen beklagt werden muss."

Allzu große Hoffnung auf eine zeitnahe Umsetzung des Radwegs, über den seit gut einem Jahrzehnt diskutiert wird, macht die Behörde allerdings nicht. Zwar seien 2024 die erforderlichen Planungsleistungen vergeben worden und 2025 die "für die weitere Variantenplanung erforderlichen umweltfachlichen Kartierungen durchgeführt" worden, beschreibt Dennis Müller, der zuständige stellvertretende Referatsleiter im Regierungspräsidium, den Stand des Projekts. Allerdings sei die Abwägung der Varianten nach wie vor nicht abgeschlossen.

Nach einer ersten Beteiligung der Träger öffentlicher Belange, die 2025 auf Basis der bis dahin erarbeiteten "potenziellen Linienführungen" vorgenommen worden war, befinde sich das Vorhaben derzeit "in der abschließenden Phase der Vorplanung (Leistungsphase 2)", heißt es in dem Schreiben des Regierungspräsidiums. Die Ergebnisse der Kartierung sowie die im Rahmen des Beteiligungsverfahrens eingegangenen Stellungnahmen und Hinweise "werden gegenwärtig in die weiteren Variantenuntersuchungen einbezogen und in enger Abstimmung mit der Landschaftsplanung fachlich bewertet", so die Behörde, die nach weiteren Ausführungen zum Schluss kommt, dass "nach gegenwärtigem Planungsstand" die Vorplanung "in 2027" abgeschlossen sein werde.

Für Armin Schweizer und die Mitglieder des SPD Ortsvereins ist das nur schwer nachvollziehbar. Immerhin hatte das Regierungspräsidium vor Jahren die Personalkapazitäten bei der Planung der Radwege erhöht – ausdrücklich, wie die Behörde damals informierte, um die Projekte beim Radwegebau voranzutreiben. Nach ersten Schritten, so muss man den Eindruck gewinnen, ist von dem einstigen Elan aber nach außen hin nicht mehr viel zu erkennen. Und selbst wenn die Vorplanung in einem Jahr abgeschlossen werden sollte, muss damit gerechnet werden, dass es bis zur Umsetzung noch einmal weitere Jahre dauern werde.

Schweizer hat sich aus diesem Grund nun auch erneut an Landrätin Marion Dammann gewandt: "Nichts gegen 'sorgfältige Abwägung aller maßgeblichen Belange' bei der Planung eines rund 7 Kilometer langen Radwegs, aber dass eine Vorplanung über fünf Jahre in Anspruch nimmt, ist angesichts des dann folgenden Planfeststellungsverfahrens, das nochmals so viel Zeit in Anspruch nehmen wird, nur schwer nachvollziehbar. Der fehlende Lückenschluss des Radwegs zwischen Welmlingen und Schliengen hat die Gefahr für Radfahrer in diesem Streckenabschnitt leider auf tragische Weise aufgezeigt", schreibt er und appelliert an die Landrätin, sich "mit Nachdruck" dafür einzusetzen, dass die Lücke zügig geschlossen werde.

Was Schweizer überhaupt nicht verstehen kann, ist der Umstand, dass die Planung bereits vor mehr als zehn Jahren beschlossen wurde. Die 7,4 Kilometer lange Lücke ist bereits im Maßnahmenplan für Radwege an Bundesstraßen 2017 bis 2020 enthalten. Als Pendlerroute des Projekts RadNETZ Baden-Württemberg war sie als vordringlich eingestuft und sollte damit ein wichtiger Baustein im Rahmen der Verkehrswende werden. Das Bauprogramm dafür wurde bereits im Februar 2016 vorgestellt und sollte spätestens bis 2020 angegangen werden.

Schon 2022 hatte Schweizer daher gegenüber dem Regierungspräsidium angemahnt, dass ein Planungshorizont mal überschritten werden könne, weil die personellen Kapazitäten fehlten oder Corona dann auch für Verzögerungen gesorgt hatte. Dass das Regierungspräsidium damals "konkurrierende laufende Projekte" anführte, war schon damals nicht einleuchtend – drei Jahre nachdem die Planung hätte vorliegen sollen.

Vor diesem Hintergrund fällt es Schweizer auch schwer, das Bekenntnis des Regierungspräsidiums, dass ihm das Schaffen "dieser sicheren und durchgängigen Radverkehrsverbindung ein besonderes Anliegen ist", für bare Münze zu nehmen. Wichtiger wäre, dass nun endlich Taten folgen und der Lückenschluss vollzogen würde.

Als nächsten Schritt kündigt das Regierungspräsidium eine Information der Öffentlichkeit an – "sobald die Vorzugsvariante feststeht". Die Form dieser Information, zu der auch die Information der politischen Vertreterinnen und Vertreter gehöre, werde allerdings noch abgestimmt.Als nächsten Schritt kündigt das Regierungspräsidium eine Information der Öffentlichkeit an – "sobald die Vorzugsvariante feststeht". Die Form dieser Information, zu der auch die Information der politischen Vertreterinnen und Vertreter gehöre, werde allerdings noch abgestimmt.

Veröffentlicht in der Badischen Zeitung vom 16.10.2026

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