SPD Efringen-Kirchen

Fusionen kleiner SPD-Ortsvereine könnten einen Ausweg darstellen, ehe Auflösungen drohen

Veröffentlicht am 05.12.2025 in Presseecho

Die SPD-Ortsvereine schrumpfen, der Kreisvorstand denkt über mehr oder weniger große Zusammenlegungen nach. Das war jetzt Thema bei den Sozialdemokraten in Efringen-Kirchen.

"Quo vadis, SPD?": So lautete die Überschrift über der Mitgliederversammlung des SPD- Ortsvereins Efringen-Kirchen. Kreis- und landesweit gehen die Mitgliederzahlen der SPD-Ortsvereine zurück. Jüngerer Nachwuchs ist nicht in Sicht. Dieses Problem hat auch die SPD Efringen-Kirchen, so der Ortsvereinsvorsitzende Armin Schweizer bei der Versammlung im Gutshof Gässle.

Um verschiedene Optionen für die Zukunft zu erläutern, waren auch der SPD-Kreisvorsitzende Sven Widlarz und der Juso-Kreisvorsitzende Florian Burger anwesend. Der Kreisvorstand, so Widlarz, habe einen Vorschlag für eine Ortsvereinsreform erarbeitet. Dazu seien aber noch Fragen offen, teilte er mit. Schweizer und Widlarz hatten Fakten zum SPD-Ortsverein Efringen-Kirchen und zu den SPD-Ortsvereinen in der Nachbarschaft parat. 33 SPD-Mitglieder zählt der Ortsverein Efringen-Kirchen, bei der SPD Schliengen-Bad Bellingen sind es 16, fusioniert haben die beiden SPD-Ortsvereine Kandern und Malsburg-Marzell. Dieser Verein hat nun 38 Mitglieder. Das Durchschnittsalter der Mitglieder liegt bei 66 Jahren.

Der Ortsverein Efringen-Kichen gehört zu denen, die selbst noch mit dem Hock am 1. Mai und mit der Bring-und-hol-Aktion wichtige Termine mit viel Zuspruch seitens der Bevölkerung planen und damit neben den Mitgliedsbeiträgen auch weitere Einnahmen für den Verein verzeichnen. Mangels Helfern musste aber der 1.-Mai-Hock in diesem Jahr ausfallen. Bei der sehr gut verlaufenen Bring-und-hol-Aktion in Istein Ende Oktober verteilten die Vereinsmitglieder Flugblätter, die für das Mitmachen – nicht unbedingt für eine Parteimitgliedschaft – warben. "Leider waren die Rücklaufergebnisse sehr ernüchternd", berichtete Schweizer.

Dass es nicht gelingt, jüngere Menschen in Efringen-Kirchen für die Unterstützung der SPD zu gewinnen, werde sich auch in Sachen Wahlkampf bei den Landtagswahlen im kommenden Jahr bemerkbar machen, befürchtete Schweizer. Er erinnerte die Anwesenden daran, dass er im kommenden Jahr bei der Vorstandswahl nicht mehr als Vorsitzender zur Wahl stehen werde.

Widlarz teilte mit, dass es in manchen Ortsvereinen im Kreis keine Mitglieder mehr gibt, die Vorstandsposten übernehmen wollen. Findet sich niemand für den Vorsitz und Rechnerposten, werde er selbst automatisch als Vorsitzender eingesetzt, was für ihn viel Verantwortung bedeute. Der Kreisvorstand hat mehrere Optionen erarbeitet, wie man mit den schrumpfenden Mitgliederzahlen umgehen könnte. "Entweder wir machen nichts, und die Ortsvereine bluten aus, das ist die schlechteste Variante", sagte er. Möglich wäre als zweite Möglichkeit eine sukzessive Zusammenführung der Ortsvereine.

Möglich wäre auch die Zusammenführung aller Ortsvereine im Kreisverband, die dann von diesem geführt würden. Oder man verringert jetzt bereits die Zahl der Ortsvereine und führt unter einem einzigen SPD-Ortsverein die aus Efringen-Kirchen/ Schliengen-Bad Bellingen/ Kandern-Malsburg-Marzell zusammen – mit einem Vorstand und einem Rechner – und gründet unterhalb dieser Vereinsebene dann drei Ortsverbände. "Diese Verbände haben den Vorteil, dass sie einerseits weiter vor Ort präsent sind, aber die Vorstandsstruktur nicht", erläuterte Widlarz. Schweizer hielt die Idee für gut, so lange der Rechner "dann drei getrennte Kassen für jeden ehemaligen Ortsverein führt". Ebenso hielt er die lokale Präsenz der Verbände vor Ort für wichtig – die Mitglieder und Unterstützer müssten sich mit ihrem Ort identifizieren können, sagte er.

An Florian Burger ging die Frage, mit welchen Themen man junge Leute ansprechen könne. Schweizer erhofft sich dabei vor der Landtagswahl am 8. März 2026 Unterstützung durch die Jusos. "Wenn wir alten SPDler an einem Stand auf dem Marktplatz stehen, dann kommen kaum junge Leute, um mit uns zu diskutieren, wir brauchen da Unterstützung von euch jungen Leuten", sagte er an Burger gerichtet. Das Gespräch mit jungen Menschen zu suchen und deren Lebenswelten aufzugreifen sei wichtig, um zu verhindern, dass die AfD noch mehr Stimmen bei jungen Leuten abgreift. Burger sicherte seine Unterstützung zu.

Veröffentlicht in der Badischen Zeitung vom 05.12.2026

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