Bei der "Bring-und-hol"-Aktion der SPD Efringen-Kirchen ist die Isteiner Halle zum Tauschparadies geworden. Sie verfolgt einen sozialen Zweck, aber auch Kuriositäten wie Katzenfiguren und eine Gymnastik-LP fanden neue Besitzer.
Bei der "Bring-und-hol"-Aktion der SPD Efringen-Kirchen ist die Isteiner Halle zum Tauschparadies geworden. Sie verfolgt einen sozialen Zweck, aber auch Kuriositäten wie Katzenfiguren und eine Gymnastik-LP fanden neue Besitzer.
Viele brauchbare Gegenstände, Dekoration, Küchenwaren und Kleidung wurden bei der "Bring-und-hol"-Aktion der SPD Efringen-Kirchen abgegeben und mitgenommen. In der Isteiner Halle wurde es kurz nach der Öffnung der Türen beim Abholen sehr voll.
Das Organisationsteam um den SPD-Vorsitzenden Armin Schweizer umfasste rund 30 Freiwillige, mit einem Namensschild als Ansprechpartner erkennbar, nahmen ab 10.30 Uhr eine Vielzahl an Gegenständen von Bürgerinnen und Bürgern entgegen: Elektrogeräte, Dekoration, kleinere Möbel, gut erhaltene Kleidung, Handtücher, Bett- und Tischwäsche, Spielzeug, Töpfe, Porzellan und Gläser, Bilderrahmen, Schuhe, Kleidung, Bücher, DVDs, Taschen, Koffer und mehr. Auf den Tischen in der Halle wurde das Abgegebene thematisch sortiert. Für die Helfer gab es dabei viel zu staunen und zu lachen.
So kristallisierte sich an einem Tisch ein Sammelsurium unterschiedlichster Katzenfiguren heraus, die alle schnell Liebhaber fanden. Unter den Schlager-LPs, die ein Bürger vorbeibrachte, war auch eine Platte für Gymnastikübungen, "Jane Fonda’s Workout Record". Auf dem Plattencover war Jane Fonda in Sportbekleidung zu sehen – im Stil der Aerobic-Welle der 1980er Jahre mit engem Body, Leggins und Stulpen. In der "Haushaltsabteilung" hatte offenbar ein ehemaliger Gothic-Fan seinen Hausstand aufgelöst: Er hatte einen großen Kristalllüster aus schwarzem Glas, Nachttischlampen mit fast schwarzen Schirmen, einen schwarzen Toaster und eine schwarze Kaffeemaschine abgegeben. Eltern versuchten derweil, in der "Spielzeug-Abteilung" zu verhindern, dass ihr Nachwuchs eine circa 1,60 Meter große Pink-Panther-Plüschfigur und einen ebenso großen Plüschbären abschleppte – vergeblich.
Organisator Armin Schweizer war zufrieden mit der Resonanz der inzwischen 27. "Bring-und-hol"-Aktion. "Wir haben nur kleine Eintrittsgelder genommen, die unsere Kosten decken. Nicht-Abgeholtes müssen wir einlagern oder zu anderen Abgabestellen fahren", erklärte er. Gewinn dürfe der SPD-Ortsverein nicht machen, ergänzte er. 1995 hatte die "Bring-und-hol"-Aktion, deren Idee Wilfried Bussohn von Verwandten aus dem Schwäbischen mitbrachte, zum ersten Mal stattgefunden. Seitdem fand die Aktion bis auf wenige Ausnahmen jedes Jahr statt. Man nähert sich also der 30. Auflage, "wenn wir so lange durchhalten", schmunzelte Schweizer.
Professionelle Händler waren bei der Aktion nicht zugelassen. Trotzdem schafften es einige Flohmarktverkäufer, sehr große Mengen verschiedenster Dinge schnell abzuräumen – von Haushaltsgeräten bis hin zu Schuhen und Kleidung. Das sei nicht Sinn der Sache, hatten die Veranstalter im Vorfeld betont. Denn gerade das Abholen gut erhaltener Kleidung und Schuhe sei vordringlich für Menschen gedacht, die nicht viel Geld haben. "Wir freuen uns natürlich, wenn wir möglichst wenig einlagern müssen, aber wir würden es auch begrüßen, wenn sich manche ‚Abholer‘ am Anfang etwas zurückhalten würden und auch anderen Zeit lassen, etwas für sich auszuwählen", meinten Bussohn und Schweizer. Für das kommende Jahr wollen sich die Aktiven etwas einfallen lassen, um Chancengleichheit beim Abholen herzustellen.