Heizzentrale könnte obsolet werden

Veröffentlicht am 29.03.2009 in Ortsverein

Expertenrat: Im Baugebiet Gießenfeld zumindest in Teilbereichen Passivhäuser und Baugruppen vorsehen Efringen-Kirchen (cl).
Eigentlich wollte die SPD am Donnerstag im Anker in Kirchen über optimale Lösungen für die Energieversorgung des geplanten neun Hektar großen Baugebiets Gießenfeld reden, wobei eventuell auch noch das Pflegeheim oder Gebäude im Ortszentrum mit an eine Heizzentrale gehängt werden könnten. Doch dann machten die beiden Ingenieure Erich Baumann und Ulrich Weiß, die als Experten geladen waren, deutlich, dass sie diese Frage für obsolet hielten.

Bis in Efringen-Kirchen die Bagger rollen, könnten Passivhäuser Stand der Technik sein. Und Energie, die nicht verbraucht wird, ist die beste, sagte Weiß. Schon heute seien Passivhäuser in Städten wie Freiburg und Konstanz in Neubaugebieten Standard, auch in Kirchen werde auf der Pfalz solch eine Anlage realisiert. Diese Häuser benötigten so wenig Energie - die Rede war von 1500 bis 2000 Watt, der Leistung einer Kochplatte -, dass ein aufwändiges Leitungssystem mit teurer Heizzentrale überflüssig wäre. Dabei sei die Technik der seit einem Jahrzehnt gebauten Häuser simpel und ausgereift, komplizierte Steuerungstechnik gar nicht nötig. Im wesentlichen zeichneten sich die Passivhäuser durch sehr gute Dämmung, Dreifachfenster, Solarkollektoren, eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung und Erdwärmetauscher aus.

Die beiden Ingenieure, die zwar selbst in der Baubranche tätig sind, das Baugebiet aber nicht bewerten und sich auch nicht einseitig im Vorfeld positionieren wollten, sprachen sich auch für eine Abkehr von der traditionellen Form der Neubaugebiete mit teuren Erschließungsstraßen und Einzelhäusern mit umlaufendem Grün aus. Vor allem Neubaugebiete in Freiburg, aber auch in Lörrach und Weil (Messeplatz) sähen die Realisierung zumindest von Teilabschnitten mit selbst organisierten, aber von Fachleuten begleiteten Baugruppen vor, die zu kinderfreundlichen und kostengünstigen Lösungen führten.

Dabei trete das Auto in den Hintergrund, die Lebensqualität in verdichteter Bebauung mit Gassen und kleinen Plätzen steige. Gezeigte Beispiele erinnerten an mediterrane Orte - und an den Ortskern von Istein. Beide Experten rieten jedenfalls dazu, dass sich die Gemeinderäte bei Besichtigungen in Freiburg oder auch Lörrach (Obstgärten in Stetten) selbst ein Bild von bereits realisierten Baugebieten machen. Diese Idee will der SPD-Ortsverein nun auch aufgreifen. Auch sollte sich die Gemeinde Experten-Wissen von außen holen. Schließlich wäre gerade bei einem solch großen Baugebiet wie im Gießenfeld ein städtebaulicher Wettbewerb sinnvoll.

Die Oberbadische vom 28.03.2009

 

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