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SPD: Neue Einblicke in Burtes Kunst und seine Rolle in der NS-Zeit

Veröffentlicht am 10.08.2021 in Pressemitteilungen

Eine schon seit einem Jahr von der SPD Efringen-Kirchen geplante Veranstaltung zu Hermann Burte in der aktuellen Ausstellung „Kunst und Nationalsozialismus“ im Dreiländermuseum Lörrach musste Corona-bedingt immer wieder verschoben werden. Nun konnte das Angebot durchgeführt werden.

Eingangs begrüßte SPD-Ortsvereinsvorsitzender Armin Schweizer die rund zehn [MM1] Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Ausstellung. Da nicht alle TeilnehmerInnen aus Efringen-Kirchen kamen, ging Schweizer zunächst der Frage nach, was die SPD mit Kunst zu schaffen hat? Und erklärte, dass Burte die SPD in Efringen-Kirchen bereits seit 1962 beschäftige, als die Efringer Schule nach Burte benannt werden sollte. Dies konnte zwar federführend durch den damaligen SPD-Gemeinderat Günther Schöning verhindert werden, nicht aber, dass die Turn- und Mehrzweckhalle seinen Namen bekam. „Der bereits gefertigte Gedenkstein musste ja irgendwo stehen“, kommentierte Schweizer ironisch.

„Seit der Hermann-Burte-Ausstellung im Lörracher Museum 2007 wissen wir mehr über Burtes politische Vita“, so Schweizer. Ein zeitgemäßer Umgang mit dem Namen Hermann Burte in Efringen-Kirchen trieb die SPD zu wiederholten Malen an, einen Antrag zur Umbenennung der Hermann-Burte-Halle zu stellen sowie das Hermann-Burte-Straßenschild mit einem Zusatzschild zu versehen“, bemerkt Schweizer.

Anfang 2020 konnte dann der Antrag nach sehr emotional geführter Debatte im Gemeinderat durchgebracht werden und damit ein deutliches Zeichen setzen, „dass in Efringen-Kirchen kein Platz für nationalsozialistisches Gedankengut ist“, resümiert Schweizer.

Zunächst erfuhr die Gruppe mehr über badische Künstler der damaligen Zeit: sie sah beispielsweise Bilder von Hans-Adolf Bühler, einem Wegbereiter zur Diffamierung entarteter Kunst, das Relief „Amazone zu Pferd“ von Max Laeuger, der von den Nazis 1936 einen Auftrag erhielt, das Berliner Olympiastadion mit Reliefs zu schmücken und ein von Adolf Glattacker geschaffenes Portrait von Albert Leo Schlageter, einem Idol der Nazis. Schließlich führte Historiker Hubert Bernnat die Gruppe zum „Brüderraum“, wo die Werke von Hermann Burte und seinem Bruder Adolf Strübe ausgestellt sind.

An einer Wand hängen vier Gemälde: drei von Hermann Burte, eines von seinem Bruder Adolf Strübe. Sie sind dem Stil nach nicht groß zu unterscheiden, haben eine ähnliche Malweise: Modern, ohne Abstraktion. Doch bei näherer Betrachtung fällt ein Bild Burtes aus dem Rahmen: Der gesprengte Isteiner Klotz, mit Blick aufs Elsass: Bernnat deutete das Bild: Die Trümmer stehen für das erhoffte tausendjährige Reich, das weiterhin in der Ferne liegt und das Volk weiterhin nicht eins ist. Anhand von Textstellen aus der Zeitschrift „Markgräfler“ sowie aus Burtes bereits 1912 veröffentlichten Roman „Wiltfeber“  gab Bernnat Beispiele, dass Burte ein bedeutender Wegbereiter für die Ideologie des Nationalsozialismus war. In ihrem „tausendjährigen Reich“ sah er nach Hitlers Machtübernahme die Verwirklichung seiner politischen Ziele. Die Kunst in der NS-Zeit spiegelt dies auch wider, so Bernnat, indem sie nicht das Neue erfand, sondern auf Altes zurückgriff, vor allem auf den Expressionismus und so ein Konglomerat schuf.

Entscheidend für Bernnat war nicht, dass Burte Mitglied in der NSDAP war, sondern dass er seine völkisch-rassistische Ideologie den Nazis als Grundlage für ihr Weltbild anbot.

Die renommierteste deutsche Kunstzeitschrift „Kunstchronik“ zeichnete die Ausstellung „Kunst und Nationalsozialismus“ im Dreiländermuseum als eine der besten Ausstellungen aus, die in neuer Form das Verhältnis von Künstlern und NS-Regime beleuchten.


 [MM1]Die Zahl würde ich weglassen, dann klingt es wichtiger